RASSEN

    Geschichte der Bracken

    Schon um 1200 v. Chr. wurden die ersten ägyptischen Bracken von den Phöniziern und Griechen als Tauschobjekte nach Europa gebracht. über die Römer kam der Hund zu den Germanen. Vor allem waren es die Kelten, die sich mit der Zucht intensiv befassten. Die Keltenbracke ging auch in die Geschichte der Kynologie ein. Alle unsere Bracken stammen von dieser Keltenbracke ab. Im Zuge der Völkerwanderung und der Kreuzzüge wurde sie über ganz Europa verbreitet und dadurch einer vielfachen Verwendung zugeführt.

    Eigenschaften, Charakter und Einsatz der Bracken

    Die österreichische Bracken sind durch verantwortungsvolle Zucht gesund, widerstandsfähig und wesensstark erhalten geblieben. Sie sind vielseitige, intelligente und ausdauernde Gebrauchshunde – kinderfreundlich und familienbezogen. Das signifikante Merkmal ist das lang anhaltende, ausdauernde „Laute Jagen“ auf Spur und Fährte sowie das hervorragende Orientierungsvermögen. Spurlaut und Spurwille, Schärfe, ausgeprägte Ambition zur Schweißarbeit, Leichtführigkeit und damit die Bereitschaft, sich vielseitig zu zeigen, machen die österreichischen Bracken zu verlässlichen Praktikern und angenehmen, ruhigen Revierbegleitern.

    Brandlbracke (FCI Nr. 63)

    Die Brandlbracke (Vieräugl) Sie ist eine mittelgroße Bracke – 48 cm bis 56 cm Schulterhöhe, hat einen kräftigen, aber elastischen Körper, der Brustkorb ist breit, ziemlich tief und lang, der Bauch etwas aufgezogen. Der Kopf wird hoch getragen und hat meist stark ausgebildete Augenbrauen (Vieräugl), der Behang ist mittellang, die Augen sind klar, meist braun, mit klugem Ausdruck. Die Rute ist im Gang abwärts, bei der Suche aufwärts gerichtet. Die Farbe der Brandlbracke ist schwarz mit kräftigem, scharf abgesetztem, dunkelbraunem Brand. Sie stammt von den Wildbodenhunden ab. Ihre Rassenkennzeichen wurden bereits 1883 vom österr. Hundezuchtverein festgelegt – also eine österr. Rasse, die vom Steirer Karl Barbolani und von Herzog Ludwig Wilhelm in Bayern in der Zucht verfeinert wurde. Die Brandlbracke ist vielseitig, verlässlich, leistungsstark, sowohl vor als auch nach dem Schuss, sie ist der kompetente Gebrauchshund für alle Höhenlagen.

    Die Steirische Rauhhaarbracke (FCI Nr. 62)

    Sie ist eine mittelgroße Bracke – 45 cm bis 53 cm Schulterhöhe, imponiert durch ihre Erscheinung und hat einen ernsten, selbstbewussten Gesichtsausdruck. Der Behang ist nicht übermäßig groß, anliegend, glatter und weicher behaart als der Körper, der ein schön fahlgelbes bis hirschrotes Stichelhaar zeigt. Die Rute ist gut behaart, mittellang und leicht sichelförmig nach oben getragen. Gewerke Peintinger begann die Zucht im Jahre 1870 mit einer hannoverschen Schweißhündin und einem jagdlich vorzüglichen rauhaarigen Brackenrüden. Die Wurfschönsten wurden aufgezogen und mit ihnen unter zeitweiliger Zuführung von Schweißhundeblut, wie auch Blut von kurz- und rauhaarigen Bracken weiter gezüchtet und so die schöne, intelligente und vielseitige Rauhaarbracke geschaffen. Im Hochgebirge und im Wald sind es zwei Eigenschaften, welche die „Steirische“ so wertvoll machen, nämlich ihre große Unempfindlichkeit gegen nachteilige klimatische Einflüsse und ihre Genügsamkeit. Ebenso wie sie sich unempfindliche gegen Regen, Schnee und Kälte zeigt, erträgt sie auch Hitze und Durst. Die Rauhhaarbracke ist ein passionierter, harter Jagdhund, der mit lautem und lockerem Hals auch in den schwierigsten Gebirgsgegenden befähigt ist, dem Wild zu folgen.

    Tiroler Bracke (FCI Nr.68)

    Die Tiroler Bracke stammt ebenso wie die Brandlbracke von der Keltenbracke ab. Um 1860v begann im Tirol die Reinzucht der Tirolerbracke. Bei ihr handelt es sich mit ihren zwei Farbschlägen um einen reh- bis hirschroten oder einen schwarzroten Hund mit dichtem Stockhaar und 42 bis 50 cm Schulterhöhe. Häufig findet man auch noch ein weißes Abzeichen an Pfoten und Brustansatz, was auf altes Brackenerbe schließen lässt. Ihre herausragenden Merkmale sind der sichere Fährtenlaut auf alles Wild und die Wesensfestigkeit, die eigentlich jedem Jagdhund eigen sein sollte. Die Tiroler Bracke ist der meistgeführte Jagdgebrauchshund in Tirol und wird dort vor allem von Berufsjägern zum Brackieren und zur Schweißarbeit verwandt. Die Tiroler Bracke ist ein Solojäger. Der Hund ist durch den anhaltenden Laut und die konzentrierte Nasenarbeit, aber auch durch seine mittelgroße Statur langsamer als das Wild, und er hält nur selten Sichtkontakt zu diesem. Sticht der Hund aber einmal einen Hasen oder Fuchs, so kann man dies an der sehr viel schnelleren Lautfolge hören.

    Dass die Bracken auch auf der Wundfährte Hervorragendes leisten, zeigt ihr Einsatz bei Tiroler Berufsjägern, die diesen fährtenlauten Hund oft dem Schweißhund vorziehen. Die feine Nase der Bracke, ihr ausgesprochener Fährtenwille und die damit verbundene Fährtentreue wie auch ihre Veranlagung zum Totverweisen oder -verbellen prädestinieren sie geradezu für den Nachsucheneinsatz.


    bracken.ch 2007